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Vom Megalith zur Olive

Aktualisiert: 8. Dez. 2021



Andalusien – allein der arabisch angehauchte Name versprüht Magie. Spaniens südlichste Region hat viel zu bieten: Die grossen Drei – Sevilla, Córdoba und Granada – verzaubern mit maurischen Bauwerken. Málaga am Mittelmeer ist die Geburtsstadt von Pablo Picasso. Typisch in dieser Gegend sind die weissen Dörfer, die wie Schneefelder an den Berghängen liegen. Das bergige Land bietet unvergleichliche Natur- und Landschaftserlebnisse. Andalusien steht auch für Flamenco, Stierkampf, Tapas, Sherry, Olivenöl und seine bewegte Geschichte.


Andalusien wird erstmals 2500 v. Chr. als Zentrum der Megalithkultur erwähnt. Heute findet man Zeugnisse in Form von einzigartigen Grabschätzen in der Nähe der Stadt Antequera. Seit 2016 zählen die Dolmenstätten von Antequera zum UNESCO-Welterbe. Auf der Welterbeliste figurieren die drei Megalith-Monumente Menga, Viera und El Romeral aus der Jungsteinzeit und der Bronzezeit.


<a href="https://creativecommons.org/licenses/">CC-BY-ND</a>

Andalusien war in seiner langen Historie immer wieder in Kämpfe verwickelt. Phönizier, Griechen, Karthager, Römer, Westgoten und Vandalen eroberten die Region. Im Jahr 711 übernahmen die Mauren die Herrschaft. Diese Volksgruppe bestand überwiegend aus Berberstämmen, die in Nordafrika lebten. Die Mauren brachten den Islam über die Meerenge von Gibraltar auf die Iberische Halbinsel. Sie blieben bis zur Eroberung Granadas 1492 im Land – im gleichen Jahr entdeckte der italienische Seefahrer Christoph Kolumbus Amerika. Nach der Reconquista («Rückeroberung») übten die Christen, angeführt von spanischen Monarchen, einen prägenden Einfluss auf die Entwicklung Andalusiens aus.


Geblieben sind überragende architektonische Hinterlassenschaften der Mauren. So etwa die Mezquita-Catedral in Córdoba, die Alhambra in Granada oder die Giralda von Sevilla. Auch die typischen Patios – blumengeschmückte Innenhöfe –, Gartenanlagen mit Springbrunnen und arabische Bäder sind den Mauren geschuldet.



Alhambra Festung in Granada

Ein bedeutender Markpunkt in der Geschichte Andalusiens ist der Spanische Erbfolgekrieg zwischen 1701 und 1714. In dieser Zeit wurde das Erbe des kinderlosen Königs Karl II. von Spanien, der 1700 gestorben war, verteilt. Karl II. war der letzte spanische Habsburger. Nach dessen Tod meldeten Frankreich und das habsburgische Österreich Ansprüche auf die «freie» spanische Krone an. Der Frieden von Utrecht 1713 führte dazu, dass die Bourbonen 1714 den spanischen Thron bestiegen. Das Königreich Grossbritannien erhielt den Felsen von Gibraltar zugesprochen. 1830 wurde Gibraltar britische Kronkolonie, heute wird das Territorium als britisches Überseegebiet bezeichnet.



Das 20. Jahrhundert war geprägt durch Bürgerkrieg und die Herrschaft von Diktator General Franco. Nach Francos Tod 1975 übernahm König Juan Carlos I. die Führung des Landes. Er demokratisierte Spanien. 1981 erhielt Andalusien den Status einer autonomen Gemeinschaft. Regierungssitz ist Sevilla. D

ie Weltausstellung EXPO 92 und Fördermittel der Europäischen Union führten dazu, dass sich Andalusien zu einer prosperierenden Wirtschaftsregion entwickeln konnte. Wichtigste Wirtschaftszweige Andalusiens sind der Tourismus, Weinbau und die Produktion von Sherry sowie die Herstellung von Olivenöl. Andalusien produziert 40 Prozent des weltweit hergestellten Olivenöls.


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